Street Trash (1986)

STREET TRASH ist ein Splatter B-Movie aus den 80ern und zählt zu den Melt-Movies aus der Zeit. In Brooklyn entdeckt ein Schnapshändler eine alte Kiste mit einem mysteriösen Schnaps namens Viper. Wer ihn trinkt, schmilzt oder explodiert auf grausame Art und Weise. Das weiß der Händler nicht und wittert Gewinn. Er verkauft den Schnaps unter anderem an die Obdachlosen, seine Stammkunden. Sie leben auf einem alten Schrottplatz und tragen dort ihre Kämpfe um Alkohol und Frauen aus. Die Brüder Freddy und Kevin sind zwei dieser Obdachlosen, die in einem Berg voller alter Autoreifen leben. Sie müssen sich vor Frank fürchtem dem Hauptpenner, der seine Feinde und Rivalen skrupelos beseitigt. Kevin verliebt sich in eine Schrottplatzmitarbeiterin und Freddy will ihm helfen, sein Ziel zu erreichen.In diese kleine Handlung spielen sich noch diverse Nebenerzählungen, die ich nicht näher ausführen will. Schaut auf Wikipedia oder so…

Der Film lebt eigentlich von vielen kleinen Stories, und komischen Szenen. Teilweise wurde in niedriger Geschwindigkeit gedreht, so dass ein Benny-Hill Effekt entsteht, wenn zum Beispiel Freddy auf der Flucht ist und in einen Müllwagen springt. Ultrakomisch. Zum Splatter: Die Leute, die Viper trinken, schmilzen hauptsächlich, im typischen 80er Jahre Stil mit viel Gummie und Latexarbeit. Es fließt wenig Blut aber es ist saukomisch. An einer Stelle des Films verliert ein Obdachloser sein Gemächt und die anderen werfen es aus Spaß umher. Er muss kämpfen, um es wieder zu bekommen und sich behandeln zu lassen. Auch hier ist sehr viel Witz am Werk. Mit Frank nimmt es ein böses Ende, was auch den Splatter Höhepunkt darstellt. Also – wenig Blut aber extrem gute Oldschool Effekte!

Ansonsten ist der Film eine Scatch – Humor Vorstellung mit fast schon Zügen des englischen Humors. Ich war derbst amüsiert – auch wenn ich ihn im Originalton gesehen habe und der Slang verdammt schwer zu verstehen ist. Aber die Bilder sprechen ihre eigene Sprache! Wer ein komisches Old School Retro Spektakel sehen wilp, anschauen!

Punkte 7/10

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Schnittberichte

The Bunny Game (2010)

THE BUNNY GAME ist ein experimenteller schwarz/weiß-Film. Die gesamte Gewaltdarstellung beruht auf wahrer Gewalt. Der Autor schrieb nach der Wahl der Protagonistin extra noch einmal das Drehbuch um. Sie wollte zur Verarbeitung eines früheren Traumas die Gewalt real spielen. Ähnlich wie in S-M-Filmen verabredete man ein Safe-Word und drehte los. Diese Umstände sollte man eventuell kennen, bevor man sich diesen Film anschaut.

Eine Prostituierte geht in LA ihren Geschäften nach. Nachdem sie von einem Freier ausgeraubt und misshandelt wurde, streunt sie auf der Straße herum. Letztendlich wird sie von einem Trucker aufgegriffen, der sie in die Wüste verschleppt und aufs schlimmste foltert. Neben Branntmarkungen und einer Komplettrasur am Kopf wird sie gewürgt und wiederum misshandelt. Engesperrt im Anhänger des Trucs spielt er mit ihr Videos ähnlicher Opfer vor, die am Ende mit Plastiktüten umgebracht werden. Am Ende spielt er mit ihr das Bunny Game. Sie wird von ihm abgemagert mit Hasenmaske auf durch die Wüste gejagt.

Der Film setzt sowohl auf physische als auch auf psychische Gewalt. Neben den Gewaltexzessen spielt das Warten, eingesperrt gefesselt im Anhänger eine tragende Rolle. Sie schreit , sie tobt aber sie kann sich nicht selbst befreien. Es st einfach verstörend, in was für eine Situation die Protagonistin da geraten ist.

Der Film arbeitet bis auf seinen monochromen Hintergrund ebenfalls noch mit geschickten Schnitten als Stilmittel. Die Zeit wird ausgehoben und man erlebt in manchen Szenen einige Sachen schon vorweg, als böse Vorahnung oder als Verlust der Realitätswahrnehmung des Opfers. Gerade in Gewaltszenen wird es etwas durcheinander. Es kommt Hektik auf. Dem Zuschauer wird eine dunkele Vorahnung bereits vorher vorgeführt. Musikalisch wird sehr viel mit minimalistischen Samples gearbeitet, am Anfang sogar mit Blackmetal – was mir persönlich gut zusagte.

Der Film ist einfach verstörend und ich weiß wirklich nicht, ob das noch Horror oder schon Fetisch ist. Die Vorstellung, dass es solche kaputten Menschen gibt, ist sicherlich um gruseln. Die Frage ist, möchte man Zeuge von solchen Geschehnissen sein. Denn die Tat steht hier im Vordergrund. Ich hatte mental weder Zugriff zum Täter noch zum Opfer, – ich war einfach Zeuge. Wer gerne verstörende Filme schaut und Spaß an Grenzerfahrungen hat, wird hier unterhalten werden. Wer eher auf klassischen Horror steht, der erlebt diesen Film als grenzwertig. Auch wenn es sicherlich weitaus härteren Stoff gibt, so stellt dieser Film vor seinem Hintergrund der realen Gewaltausübung für mich eine Besonderheit dar. Die Story ist auf jedenfall verstörend. Eine Frage bleibt: Muss das sein? Daher nur fünf Punkte.

 

Punkte 5/10

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Schnittberichte

 

Shrooms – im Rausch des Todes (2007)

SHROOMS ist der wohl bekannteste Halluzinogenen-Film, den es gibt, neben ONE WAY TRIP aus der Schweiz. Jedoch kann der irische Film, trotz ähnlicher Story und Aufmachung nicht mit ONE WAY TRIP mithalten.

Eine Gruppe Teenager trifft sich im irischen Hinterland, um im Wald einen Pilztrip auszuleben. Ein Einheimischer Kenner, führt die Gruppe und erklärt ihnen auf was sie achten müssen. Es kommt wie es kommen muss und sie nehmen die falschen Pilze zu sich. Ein Mädchen aus der Gruppe hat nun immer Visionen, wer als nächstes umkommt und die Gruppe versucht das Schlimmste zu verhindern.

Lustige Nebeneffekte sind eine sprechende Kuh. Die Trips, werden ziemlich langweilig mit Kameraeffekten dargestellt. Die Gruppe unterhält sich während des Films unfassbar viel über die richtige Zubereitung und Einnahme von Pilzen – fast schon eine Mushroom Reklame. Mich hat es genervt, da ich Horror wollte. Die Atmosphäre ist düster und die irischen Hitnerwäldler sind auch erschreckend, aber so richtig mitgenommen hat mich der Film nicht. Im ONE WAY TRIP durchlebt man unbewusst den Trip und versteht erst am Ende, was wirklich geschehen ist. Das verschwimmt bei SHROOMS sehr, das Ende ist gerade nach ONE WAY TRIP sehr vorhersehbar.

Der Film braucht erst einmal ziemlich lange, bs „es los geht“ und bietet insgesammt eher einen flachen Plot mit viel gefasel über halluzinogene Pilze. Lieer ONE WAS TRIP schauen!

Punkte 1/10

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August Underground’s: Penance (2007)

So, jetzt wird es richtig fies. Auf den ersten Blickt glaubt man wirklich, man habe soeben ein Snuff Tape erstanden und gesehen. Mit Amateurkameras aufgenommen sieht man hier ein fiktives Tape von mehreren Serienkillern. PENANCE ist der dritte und letzte Teil der AUGUST UNDERGROUND Triologie. Im Stile des Found Footage, das hier Realität vorgaukeln soll, sieht man hier ein geschnittenes Machwerk einer Splatterorgie, die geschmackloser kaum zu gestalten ist.

Peter und seine Freundin Crusty genießen Abends ihre Freiheit und sehen unter anderem ein Feuerwerk, oder koksen ein wenig. Zuvor sah man den Mord an einen mit Nägeln durchbohrten Opfer. Schnitt. Peter und Crusty überfallen zu Weihnachten eine Familie. Dem Vater, der die Tür öffnet wird erstmal mit einem Hammer der Gar ausgemacht. Er liegt im weiteren Verlauf hilflos blutend am Boden, und muss bewegungsunfähig das weitere Spektakel mit anschauen. Die Frau wird ebenfalls ausgeknockt und mehrfach misshandelt. Die herbeigeeilte Tochter wird von Crusty grausam erwürgt. Schnitt. Es folgen Szenen der Abschlachtung, Zerlegung eines Tieres und Verfütterung an einen Löwen.Ebenso Schießtraining. Schnitt. Eine verstörende Kellerszene, gefesselte und mit Mülltüten und Panzertape maskierte Opfer, die misshandelt, gequält und letztendlich zu Tode gefoltert werden. Ein Opfer wird dekapitiert. Verstörend die Szene, in der sich Crusty an einem Opfer liebevoll räkelt und es beruhigt und im nächsten Moment Peter ihm den Hammer überzieht.

Dieser Film hat keinen wirklichen Handlungsstrang, es sind kleine Szenen, die einfach nur grausam und verstörend sind. Man wird Zeuge von dem, was dann später meistens vor Gericht nüchtern erzählt wird. Detailiert ist hier das gestörte Wesen zweier Psychoserienkiller dargestellt, die auc untereinander Grausamkeiten austauschen, Crusty wird von Peter in einer Szene ebenfalls derbst misshandelt, – scheinbar sogar einvernehmlich. Die Goreeffekte sind realitätsnah inszeniert und wirken durch den Found-Footage Stil noch realistischer. Auf Hintergrundmusik, Erzähler, Untertitel etc wird komplett verzichtet, so dass der Eindruck eines echten Snuff-Tapes entsteht, fernab von so naiven (GUINEA PIG) Produktionen aus den 80ern, die schon für weitaus mehr Aufsehen gesorgt haben. Der Zuschauer muss sich nach Schnitten, die teilweise dann absurdes völlig aus dem Zusammenhang befreites zeigen erst einmal orientieren. Am Ende bleibt der Eindruck, soeben etwas total sickes und vestörendes gesehen zu haben. Nach diesem Film bekam ich erstmal wieder Lust etwas harmloses zu sehen.

Nunja, wer einmal so weit gekommen ist, sich so etwas mit Freude anzuschauen, sollte sich noch einmal stark reflektieren, was er damit bei sich bezweckt. Mich hat es teilweise auch nach Filmen wie FLOWERS OF FLESH AND BLOOD oder GROTESQUE oder Streifen der New Wave of French Horror doch nochmal schockiert und ich habe das Gefühl hier am Ende der Fahnenstange angekommen zu sein. Wie will man so etwas noch überbieten? Mein Eindruck ist gemischt – einmal ist hier eine derbst realie Darstellung von Gewalt gelungen, fernab vom sterilen Hochglanzkino, das irgendwie noch einmal eine Distanz schafft. Diese fehlt hier komplett. Anderseits frage ich mich, ob das noch Unterhaltung ist oder ein perverser fetisch der zum Nachahmen anregt. Ein mulmiges Gefühl ohne eine wirkliche Antwort bleibt.

Punkte 8/10

IMDB
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Guinea Pig: Fowers of Flesh and Blood (1985)

Der Zweite Teil der berüchtigten GUINEA PIG Reihe. Dieser Film wurde in den Staaten schlagartig berühmt, da Charly Sheen dachte, es handele sich um einen echte Snuff Film. Er alamierte das FBI und die Produzenten und Darsteller musste belegen, dass es sich lediglich um einen der fiesesten Gore-Streifen handelt, den es zu der Zeit gab. Hierzu wurde eigens noch ein Making-Of Angefertigt.

Die Story ist schnell erzählt. Ein als Ninja verkleideter Mann fängt eine Frau und zerstückelt sie langsam, nachdem er sie betäubt hat. Er preist ihre Extremitäten als Blumen und fügt sie letztendlich seiner morbiden Sammlung von Leichenteilen hinzu. Der Fokus des Films liegt eindeutig auf dem Gore-Faktor. Aus heutiger Sicht kann man schon ganz gut erkennen, was da wirklich zerschnitten wird, dies verschule ich aber nur den mittlerweile ganz geübten Augen der Gore-Fans. In Zeiten der unbeliebten CGI-Technik kann man weitaus grauenhaftere Szenen erstellen. Dennoch hat der Film es in sich. Durch geschickte Schnitte und Kameraeinstellungen wird die Echthaftigkeit vermittelt. Was für Sheen spricht ist, dass der Film in den USA meistens über Tapetrading vermehrt wurde und die Qualität der VHS, die er gesehen hat, sicherlich schon etwas eingeschränlt war. Mit dem Sitilmittel arbeiten ja heute auch mehrere Produzenten, siehe die AUGUST UNDERGROUND Reihe.

Es spritzt ganz gut das Blut, obwohl im Realfall aus den Oberschenkelstümpfen sicherlich mehr gespritzt wäre. Die Szenen werden immer durch einen Blackscreen unterbrochen so dass der Zuschauer mal eben kurz das Gesehen verdauen kann. Übel ist auch, dass die Frau durch die Drogen so ruhig bleibt, obwohl sie leidet. Der Killer sieht einfach nur irre aus mit geschminten Lippen und einem grottigen Zahnstatus. Am Ende erfährt der Zuschauer, dass das soeben erlebte kein Einzelfall ist. Ähnlich wie bei GROTESQUE wird das Tor geöffnet, dass dem Zuschauer zeigt, es handelt sich um einen Serientäter.

Da dieser Film so hoch gelobt und heiß umstritten ist und schon für den einen oder anderen Skandal sorgte, war ich eigentlich etwas enttäuscht, weil meine Erwartungshaltung extrem gestiegen ist über die Zeit. Dennoch handelt es sich hier um einen exzellent erstellten Torture-Porn, der im zeitlichen Kontext einfach nur meisterhaft ist. Wie man schon am Review erkennen kann, sollte feststehen, wer hier mal einen Blick riskieren sollte und wer lieber einen Bogen um diesen Film machen sollte.

Punkte 8/10

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Re-Animator (1985)

Lange Zeit wollte ich mir diesen Film mal zulegen und anschauen. Einglücklicher Zufall war es, dass er in Deutschland vor kurzer Zeit vom Index gestrichen wurde und dass Arte ihn letzte Woche zum ersten Mal in voller Länge nachts im Free-TV gezeigt hat. Kaufen werde ich ihn trotzdem, denn dieser Film, nach einer Erzählung vom Horror Guru H.H. Lovecraft ist ein Meisterwerk.

Ein schweizer Doktorant erforscht ein Mittel, das die chemischen Prozesse im Körper nach dem Tod wieder in Gang setzt und Verstorbene reanimiert. Jedoch muss er aus Zürich in die Staaten fliehen, da diese Experimente ethisch nicht tragbar sind. Er mietet sich bei einem Medizinstudenten ein, der mit der Tochter des Dekans verlobt ist und besucht die Vorlesungen in der Pathologie des Krankenhauses eines weltbekannten und nach Ruhm strebenden Pathologen. Als er im Krankenhaus beginnt mit dem Serum zu experimentieren, gerät die ganze Sache außer Kontrolle, da die Wiedererweckten äußerst aggressiv agieren. Der Professor, der eine spezielle Lasertechnik zur Manipulation von Gehirnströmen entwickelt hat, versucht die FOrschungsdaten zu rauben und selbst zu veröffentlichen, um den Ruhm einzuheimsen. Zudem will er ebenfalls die Tochter des Dekans. Das Ende ist alles andere als glücklich für alle Beteiligten.

Ich weiß nicht ganz, ob man diesen Film als Zombie-Film werten darf, es ist auf jedenfall mal wieder ein Klassiker, den eh schon jeder gesehen hat und jeder kennt. Der Grund, warum er so lange auf dem Index war offenbart sich schnell. Es wird nicht nur an Toten herum geschnibbelt, es fließt eine ganze Menge Blut bishin zur Dekapitation im Kampf. Das Blut wirkt, wie üblich zu der Zeit, sehr unecht, die Gore Effekte sind allerdings bestens inszeniert. Wirklich gruselig ist der Film nicht, auch wenn es eine düstere kalte Atmosphäre in der Pathologie gibt. Eher wurden viele lustige Elemente eingebaut. Der FIlm spielt ausschließlich in Filmstudios, was aber nicht weiterhin stört. Auf Außendreh’s wurde verzichtet. Die Charaktere sind ebenfalls mit einer Prise Humor ausgestattet – interessant wäre es nun zu wissen, ob Lovecraft das ganze auch so lustig geschrieben hat.

Mich hat der Film sehr gut unterhalten und amüsiert. Wer puren Horror mag wird enttäuscht sein. Der Film ist schwer mit anderen vergleichbar, er funktioniert aber heute auch noch. Die medizinischen Fakten sind alle sehr frei erfunden. Wer alte Zombiefilme mag, wer Lovecraft zu schätzen weiß, wer auf alte 80er Filme steht, muss diesen Film sehen. Er war nicht umsonst hier im Handel schnell vergriffen als er nach der Indizierung veröffentlicht wurde.

Punkte 10/10

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Ein Zombie hing am Glockenseil (1980)

Dies ist ein weiterer klassischer Zombie-Film, der charakteristisch für dieses feine Untergenre des Horror’s ist. Es ist der bekannteste Film von Lucio Fulci, der allerdings noch einige andere Spazialitäten wie WOODOO – SCHRECKENSINSEL DER ZOMBIES oder DAEMONIA auf Lager hatte.

Am Anfang sieht man einen Priester, der sich auf dem Friedhof seiner Gemeinde erhängt und so das Tor zur Hölle öffnet. Eine Okkultismus Gruppe erfährt das über eine spirituelle Sitzung. Das Medium, welches die Vision hatte, stirbt scheinbar, erweckt aber wieder zum Leben, als sie gerade im Sarg begraben werden soll. Einige Mitglieder machen sich nun auf in die Stadt Dunwich, die auf der alten Hexenstadt Salem gebaut sein soll. Sie ist der Ort des Geschehens und das Grab des Priesters muss zerstört werden, um den Fluch zu unterbrechen. Ein langer Weg mit vielen Untoten beginnt. Das Ende bleibt scheinbar offen.

Der Film bietet einiges an Story, die ich beim ersten Mal nicht ganz zusammen bekommen habe, da ich den Film zuerst im Originalton und Englisch sah. Dennoch ist es schlüssig und stimmig und unterhaltsam. Die Stimmung ist verrauscht, nebelig und gruftig. Mir gefällt das gerade bei alten Filmen, irgendwie ist diese Atmosphäre in den neuen hoch aufgelösten Blockbustern verloren gegangen. Deswegen versucht man wohl mit Found-Footage wieder zurück zu finden, aber das ist nicht das Gleiche.

Es fließt auch einiges an Blut – die Lieblingsszene ist als der Priester vor einem Auto erscheint und eine Frau erst aus den Augen blutet und dann ihre Eingeweide erbricht. Effekttechnisch kann der Film locker mit ZOMBIE oder DAY OF THE DEAD oder DAWN OF THE DEAD mithalten. Dann zu der Musik: Die ging mir nicht mehr aus dem Kopf. Es kommt nicht oft vor, dass mir Filmmusik im Ohr bleibt aber gerade die Intromelodie kann was, obwohl sie so simpel ist. Typisch für den Film ist ebenfalls der Wind. Der Zuschauer hat ein ständiges Rauschen vor den Ohren, das im Finale noch zunimmt. Dieses Stilelement ist einerseits sehr stimmungsdienlich andererseits aber auch nervend.

Wie schreibe ich immer: Dieser Zombiefilm gehört zur Allgemeinbildung, wenn man sich mit dem Genre befasst. Anschauen Zombiefans – das waren die Urväter des Genres!

Punkte 10/10

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Horns (2013)

HORNS ist ein dramatischer, komischer Horrorfilm aus der Feder von Alexandre Aja, der auch schon der Produzent von HIGH TENSION war. Gemeinsamkeiten gibt es aber bei den Filmen wohl kaum.

Dem 26-jährigem Ignatius wird vorgeworfen, seine Freundin ermordet zu haben. Seine Familie, die sehr wohlhabend ist, unterstützt ihn, die Presse verfolgt ihn auf Schritt und Tritt. Er selbst leidet unter den Vorwürfen, als er auf einmal mit Hörnern morgens aufwacht und die Gabe hat, Menschen mit ihren negativen Eigenschaften und Gedanken zu bestärken, so dass sie keine Hemmungen mehr haben, ihre Gedanken in die Realität umzusetzen. Mit dieser neuen Fähigkeit beginnt er die Suche nach dem wahren Mörder. Immer wieder hat er Flashbacks, unter andrem auch wenn er andere berührt und ermittelt so die Wahrheit. Das Ende wird furios, fantastisch und überraschend.

Der Film selbst kam erst ziemlich langatmig und belanglos rüber. In den ersten 20 Minuten überlegte ich, eventuell doch etwas anderes zu schauen. Dann bekam Iggy seine Superkräfte und es wurde teilweise ziemlich lustig. Nun fesselte mich die Suche nach der Wahrheit,  war er es oder doch nicht. Man konnte den wahren Tathergang aber vorher nie herausfinden. Erst am Ende wurde es etwas gory – im Endkampf, wobei sich das auf ein, zwei Szene beschränkt.

Ich habe abschließend das Gefühl, das man hier zu viel in einem Film unterbrngen wollte und die Zeit dann letztendlich doch nicht sinnvoll genutzt hat. Streckenweise wurde es echt langweilig – man hätte sich zwischen den Genres Drama, Komödie, Splatter oder Kriminalhorror mal am Anfang entscheiden müssen. Die Effekte sind super und auch einige Handlungsstränge waren grandios, das zieht sich allerdings nicht durch den ganzen Film – schade!

Punkte 3/10

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Tanz der Vampire (1967)

Roman Polanski’s Werk aus den Sechzigern ist der erste Horrorfilm, den ich gesehen habe. Eigentlich handelt es sich um eine frühe Horrödie, die das Dracula-Thema persifliert.

Ein Professor namens Abronsius reist mit seinem Discupulus Alfred aus Künigsberg nach Transilvanien, um den Vampirismus zu erforschen. Zuerst wohnen beide bei der Dorfbevölkerung und kommen schon indirekt mit Graf Krolock – dem Abbild Draculas – in Berührung, der die schöne Tochter auf sein Schloss entführt und den Vater als Vampir verwandelt. Sie verfolgen den Grafen, der sie als Gäste auf seinem Schloss begrüßt. Letztendlich versuchen beide die Verwandlung der Tochter zu verhindert und sie zu befreien, jedoch gibt es kein Happy End.

Der Film ist im zeitlichen Rahmen betrachtet sehr düster und kalt aufgebaut. Zudem gibt es extrem viele Comedy-Elemente, wie zum Beispiel den schwulen Sohn des Grafen, der nach Alfred trachtet oder Professor Abronsius in Person, der einfach nur derbe ungeschickt ist und dem so einige Fettnäpfchen geschehen – der Humor hat was von Loriot’s Ungeschick. Damals fürchtete ich mich noch dank der düsteren Atmosphäre, heute lache ich über die ganzen Anspielungen und die Situationskomik, beispielsweise als der Professor auf der Kutsche einfriert, oder als sie vom Gehilfen des Grafen im offenen Sarg verfolgt werden.

Blutig ist der Film eigentlich kaum. Bei der Entführung der Tochter sieht man Blut in der Badewanne, sonst spritzt nichts – auch keine Eingeweide oder sonst vergleichbares.Die Vampire sind gut geschminkt und auch die Szene auf dem Friedhof oder an den Särgen kommen sehr creepy rüber. Mir gefällt das Setting einfach total!

Es ist ein klassischer Horrorfilm aus der Blütezeit der Vampirfilme als Gegenstück zum klassischen Dracula, dargestellt von Christoper Lee. Heute schau ich den Film immer wieder gerne, neben anderen Evergreens. Aber mal ganz ehrlich – wer kennt den TANZ DER VAMPIRE noch nicht? Unbedingt nachholen! Das ist Allgemeinbildung!

Punkte 10/10

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Dellamorte Dellamore (1994)

Francesco Dellamorte ist Friedhofswärter auf einem speziellen Friedhof. Nach sieben Tagen erwachen die Bestatteten wieder als Zombies und wandeln umher. Mit seinem Assistenten Gnaghi führt er das Leiden zu Ende und erledigt sie mittels Kopfschuss. Alles ändert sich als er sich in eine junge Witwe verliebt und sich mit ihr auf dem Grab ihres verstorbenen Mannes vergnügt. Dieser erwacht und tötet scheinbar seine Ehefrau. Ein Drama zwischen Liebe und Tod beginnt. Letztendlich verfällt Dellamorte in den Wahnsinn und beginnt das Leben und den Tod zu hinterfragen. Vor allem stellt er den Tod als Person in Frage und beginnt selbst über Leben und Tod zu richten. In seiner Psychose begegnet er wiederum seinr großen, verschiedenen Liebe, die das alles ausgelöst hat. Es folgt ein sehr depressives Ende ohne eine Antwort auf die wichtigste Frage des Lebens, – dem Sinn.

Der Film ist in seiner Aufmachung mit den frühen RETURN OF THE LIVING DEAD Teilen zu vergleichen. Auch ein wenig Polanski Humor, Atmosphäre alá TANZ DER VAMPIRE fiel mir auf. Ist der Film am Anfang noch ziemlich komisch, so wirkt er am Ende immer tiefgründiger und verzweifelter, in seiner großen inhaltlichen Frage. Der Zuschauer wird mit in die Psychose genommen und kann die Realität nicht mehr ganz erkennen.

Die Splattereffekte sind für die Zeit ok, es wird viel geschossen und auch die Freundin von Gnaghi, dem Friedhofsknecht ist sehr ansehnlich. Apropo – Erotik kommt in dem Film auch nicht zu kurz.Vor allem die inhaltliche Tiefe und der Liebesgeschichten Anteil ist allerdings sehr untypisch für das Genre – dennoch wurde es gut umgesetzt! Der Film reiht sich in die Klassiker der 80er und 90er ein und bleibt dennoch ein Geheimtipp. Wer Zombiehorror mag – gerne anschauen – gut gemacht!

Punkte 7/10

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